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The Reluctant Billionaire (German) – First Chapter

Prolog

Brett

Als ich auf der Rückbank des Ubers einstieg, stöhnte ich laut. Der Mann musterte mich im Rückspiegel, sagte aber nichts, als er sich in den Verkehr einfädelte, um mich in die Flamingo Bar zu bringen.

Ich liebte Luke von ganzem Herzen, als Freund, aber ich hatte mir selbst gegenüber zugegeben, dass ich eifersüchtig war auf das, was er mit Scott hatte. Sie waren so glücklich zusammen und diese Verlobungsparty, auch wenn sie mich mit reiner Freude für meinen besten Freund füllte, machte mich auch grün vor Neid. Ich hatte immer gedacht, dass ich es sein würde, der sich zuerst verlobt.

Wie ist das gelaufen?

Ein schmerzhafter Stich traf mein Herz und ich rieb mir über die Mitte meines Brustkorbs. Seit Nigel mich betrogen und dann nach fünf gemeinsamen Jahren verlassen hatte, war ich am Boden zerstört. Sein Kommentar, dass ich ‚zu verrückt für ihn war‘, ließ mich kalt, weil ich nur experimentiert hatte, um die Dinge zwischen uns interessant zu erhalten.

Luke hatte die Tatsache erwähnt, dass Nigel ein rückgratloser Arsch war, der am Ende sein wahres Gesicht gezeigt hatte. Dass ich ein verdammter Doktor der Psychologie war, bedeutete, dass mir hätte auffallen müssen, wie schlecht es zwischen uns gelaufen war. Aber nein, ich hatte meinen Kopf in den Sand gesteckt, so sehr, dass ich den Überblick verloren hatte, was in meinem eigenen Leben vor sich ging.

Monate waren vergangen und ich hatte immer noch Probleme, die Sache zu überwinden. Die beunruhigende Realität war, dass ich mich mehr über die Tatsache aufregte, dass Nigel mich düpiert hatte und weniger darüber, dass er mit mir Schluss gemacht hatte.

Ich starrte aus dem Fenster in den dunkler werdenden Himmel und versuchte mich mit Gedanken darüber, was ich in dieser neuen Kink-Bar finden würde, abzulenken. Ich hatte im Laufe der Jahre viele Dinge ausprobiert, in der Hoffnung, Nigels Interesse zu erhalten, aber nichts schien meine eigene Aufmerksamkeit für mehr als ein paar Monate zu fesseln, bevor ich mich nach etwas Neuem umschaute, das ich ausprobieren konnte.

Du sollst an etwas anderes als Nigel denken!

Die Stimme der Vernunft half wenig, meinen nervösen Magen zu beruhigen, und als das Auto vor dem großen, umgebauten Kaufhaus anhielt, war meine Stimmung in den Keller gerauscht.

Das Kaufhaus war riesig, bestand aus drei Stockwerken und einer Tiefgarage für Kunden. Im Erdgeschoß befand sich ein BDSM-Club namens The Playroom, in dem ich noch nie gewesen war, aber ich hatte gehört, dass es sich um einen beliebten Ort für jene handelte, die sich für BDSM interessierten.

Ich war unterwegs in Richtung des ersten Stocks. The Flamingo Bar war der neu renovierte Teil des immensen Kaufhauses. Er war in zwei Sektionen aufgeteilt, ein neues Restaurant des La Trattoria Di Amore Franchise und der Kink-Bar. Carl, der Chefkoch des Restaurants, war zusammen mit Nathan Eigentümer des Clubs im Erdgeschoss und der Bar. Ich hatte noch keinen der beiden Männer kennengelernt, aber ich hatte von Luke und Scott gute Dinge über sie gehört.

Scott war der Oberkellner im Restaurant der Flamingo Bar und auch Lukes Boy, was der Grund war, warum sie sich für diesen Ort entschieden hatten. Die Bar richtete sich an die nicht ganz so heftigen Seiten des Kink, Daddy-Kink, Puppy/Kitty Play, Age Play und alle anderen Arten von Play, die man sich vorstellen konnte.

In dem leeren Aufzug lehnte ich mich an die Wand und atmete tief ein, dann noch einmal, um meine Mitte zu finden. Ich begutachtete meine Skinny-Hose in tiefbraun, die zu meinem eng anliegenden Jackett passte. Das Hemd in gedecktem Orange, das ich dazu kombiniert hatte, war ebenfalls maßgeschneidert, und ich zog meinen Bauch ein, als es über meinem Gürtel nach außen gedrückt wurde.

Die Tür öffnete sich und ich wurde vom Geruch italienischen Essens und teuren Rasierwassers von meiner Gewichtszunahme abgelenkt. Der Raum war ein gehobener Mix aus alten Holzverkleidungen und moderner Einrichtung. Die handgearbeitete Bar war wunderschön, genau wie die Sitzgelegenheiten entlang der Wände, die ebenfalls so aussahen, als wären sie gezimmert worden. Die gedimmten Lichter, die von recycelten Ketten hingen, hatten Glasflaschen in verschiedenen Tönungen als Lampenschirme, die buntes Licht auf die Tische an den Wänden warfen.

„Da bist du ja. Ich dachte, du hättest dich verlaufen“, rief Luke und rannte dabei auf mich zu, wobei er mehr als ein wenig aufgewühlt aussah.

„Na, na, du weißt, dass ich gerne einen Auftritt hinlege, Honey.“ Ich spitzte meine Lippen und Luke verdrehte die Augen, gab aber nach und drückte einen schnellen, platonischen Kuss auf meine Lippen.

„Hey, was soll das? Ich wende dir für zwei Minuten den Rücken zu und schon küsst du andere Männer.“ Scotts Augen funkelten, als er sich bei Luke unterhakte und mich anstrahlte, dabei nicht im Geringsten wütend aussah.

Ich bot ihm meine Lippen an. „Ich gebe dir auch gern einen Kuss.“

Als er einen Schritt nach vorn machen wollte, hielt Luke ihn zurück. „Nein, das wird nicht passieren. Wenn du seine süßen Lippen küsst, überlegst du dir das mit unserer Verlobung vielleicht noch einmal.“

„Als ob, Daddy“, flüsterte Scott spöttisch zurück, dabei schaute er sich um, ob jemand in der Nähe stand.

Luke war in der Daddy-Szene immer noch relativ neu und auch wenn Scott ein alter Hase war, achtete er immer darauf, Luke nicht vor seinen Freunden und Arbeitskollegen zu outen.

„Scott, hast du einen Moment Zeit? Ich muss sehen, ob dir … etwas gefällt“, fragte ein hübscher Mann in einem schwarzen Hemd mit rosa Flamingos darauf.

„Worum geht es? Du hast mir versprochen, dass du heute Abend nichts tun wirst, was mit der Arbeit zu tun hat.“ Luke runzelte die Brauen und sein Blick huschte zwischen den beiden Männern hin und her. „Was ist los, Theo?“

„Luke, das ist ein Geheimnis“, erklärte Scott in einem leicht genervten Tonfall und rollte gleichzeitig die Augen in Theos Richtung.

Ich lachte, als Luke ein Funkeln in den Augen bekam, während er etwas in Scotts Ohr flüsterte, was die Wangen seines Boys mit einem kräftigen Rosa füllte. Scott küsste seine Wange, bevor er mit dem anderen Mann davonging.

„Er sieht so glücklich aus. Ich freue mich für euch beide.“ Ich warf einen Blick auf Luke, der mich anstarrte.

„Ich weiß, dass es schwer für dich ist, nachdem-“

„Erwähne nicht ihn, der namenlos bleiben soll. Wir wollen hier Spaß haben.“ Ich ließ meinen Blick durch die Bar schweifen und dann zu Luke zurückkehren. „Vielleicht treffe ich heute Abend den Mann meiner Träume.“

Er lachte. „Du kennst beinahe jeden, der heute Abend kommt. Gibt es da etwas, das du mir erzählen möchtest?“

„Nein, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Ich klang sogar in meinen eigenen Ohren traurig, darum schenkte ich ihm ein besonders strahlendes Lächeln, obwohl ich wusste, dass es ihn für keine Sekunde täuschen würde, aber ich musste es versuchen.

„Mir wurde gesagt, dass Sam, der Chef der Bar, hervorragende Cocktails macht. Lass uns welche bestellen.“ Lukes Augen sagten, dass er es für heute Abend gut sein lassen, er mich aber irgendwann zur Rede stellen würde.

Ich hakte mich bei ihm unter und wir gingen zur Bar. Er hatte recht, Sam machte verdammt gute Cocktails. Er war außerdem ein niedlicher Typ, der gern flirtete. Es schadete meinem Ego überhaupt nicht, als er mit mir plauderte und mir ein vielsagendes Zwinkern schenkte, bevor er jemand anderen bediente.

Nach dem zweiten Cocktail und weil ich nichts gegessen hatte, fing ich an, den schönen, schwebenden Effekt des Alkohols zu spüren. Ich entschuldigte mich auf die Toilette und als ich zurückkehrte, stand Luke nicht länger an der Bar, sondern unterhielt sich mit einigen Männern, inklusive … Griffin Hudson, Scheiße.

Ich hatte das Gefühl, dass Griffin, der sehr auf seine Privatsphäre bedacht war, vielleicht Schwierigkeiten damit hatte, mich nach seinem letzten Besuch in meiner Praxis zu sehen. Das passierte hin und wieder, wenn ich unterwegs war und zufällig einen Patienten traf.

Unfähig, mich der Situation zu entziehen, ging ich direkt zu der Gruppe Männer. Ich trat hinter Luke und schob meinen Arm durch seinen, schenkte allen ein strahlendes Lächeln. Erst da sah ich den Mann, der neben Griffins festem Freund, Charlie, stand. Heilige Scheiße!

Die Wattzahl meines Lächelns verstärkte sich, als mein Blick an seiner schlanken Gestalt nach oben wanderte. Oberschenkelhohe Lederstiefel waren mit einer super-engen schwarzen Jeans kombiniert, die seine Beine aussehen ließ, als wären sie endlos. Das schwarze, maßgeschneiderte Hemd hatte schwarzes Mesh an den Seiten, um seinen wunderschönen Körper zu zeigen, was mir das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Er war hübsch, mit blau-grau gefleckten Augen, die einen Hauch Unsicherheit zeigten.

„Hallo, Süßer, und wer bist du?“, gurrte ich.

Luke verdrehte die Augen und Griffin räusperte sich, während das Gesicht des namenlosen Mannes ein wunderschönes rosiges Glühen bekam. Seine Wimpern senkten sich und als er schwieg, bekam ich den Eindruck, dass es ihm vielleicht peinlich war.

Charlie stupste den Mann nicht allzu subtil an und schnaubte, als Griffin sich erneut räusperte. „Hi, ich bin Charlie. Das ist Guy, mein bester Freund. Und du bist?“

Ich schenkte ihnen beiden ein breites Grinsen, während ich Guy meine manikürte Hand hinhielt. „Ich bin Brett Louden. Lukes bester Freund und Griffins …“

Ich zögerte, als Griffin sich neben Charlie versteifte. Es entstand ein peinliches Schweigen, in dem ich weiter Guys Hand hielt, bis ich bemerkte, dass Luke mich anstarrte. Ich ließ zögernd los, als Charlie anfing zu reden.

„Es ist schön, dich kennenzulernen, Brett, aber ich könnte wirklich einen Drink vertragen. Guy, möchtest du einen Drink? Luke, Brett? Griffin und ich können an die Bar gehen.“

Sobald Charlie die Bestellung von allen hatte, gingen sie in Richtung Bar und verschwanden in der Menge. Luke schaute zwischen mir und Guy hin und her, ehe er sich eine lahme Entschuldigung einfallen ließ und ebenfalls ging.

„Wie lange bist du schon mit Charlie befreundet?“, fragte ich, nachdem ich geistig nach einem Thema gesucht hatte, mit dem ich die plötzliche Anspannung brechen konnte, die Guy ausstrahlte.

Sein Gesicht erhellte sich. „Oh, seit ich an der Uni bin. Wir haben uns im Studentenwohnheim kennengelernt und haben ein gemeinsames Zimmer. Zumindest bis vor Kurzem, er ist jetzt bei Griffin eingezogen. Aber das ist nicht so schlimm, weil es unser letztes Jahr ist.“ Er zuckte mit seinen schlanken Schultern und schaute dabei in Richtung Bar, als wollte er Charlie durch Gedankenkraft zwingen, wieder herzukommen.

„So habe ich Luke kennengelernt. Wir haben vier Jahre zusammengewohnt.“ Ich wollte mir vor den Kopf schlagen, als Guys Augen sich weiteten und er dorthin schaute, wo Luke mit einem Arm über Scotts Schultern stand. Ein Ausdruck der Enttäuschung huschte über sein Gesicht, bevor sein Kopf sich bewegte und er wieder mich anschaute.

„Nur als Freunde, Guy, Luke ist der Bruder, den ich nie hatte“, erklärte ich, wobei ich hoffte, dass ich ihn richtig las.

Als seine Lippen sich zu einem wunderschönen Lächeln verbreiterten, hämmerte mein Herz gegen meine Rippen. „Oh, gut. Ihr wart nie zusammen?“, fragte er zögernd.

„Nein, wir haben uns ein paar Mal geküsst, als wir betrunken waren.“ Ich lachte leise. „Da war keinerlei Chemie.“

Seine Augen funkelten vor Erheiterung. „So war es bei mir und Charlie.“

Ich hakte mich bei ihm unter und zwinkerte ihm vielsagend zu. „Dann haben wir bereits viel gemeinsam. Möchtest du herausfinden, was wir sonst noch so gemeinsam haben?“

Guy errötete, nickte aber, als Charlie mit unseren Drinks zurückkam.

Drei Stunden später, als ich die Auswirkungen von Guys ungeteilter Aufmerksamkeit und mehrerer Cocktails spürte, drückte ich ihn gegen die Wand neben der vollen Tanzfläche und küsste ihn.

Seine Lippen waren weich und er schmeckte nach süßem Alkohol, als er mir gestattete, den Kuss zu vertiefen und zu kontrollieren. Sein schlanker Körper presste sich fest gegen meinen und seine Reaktion wurde offensichtlich, als sein Schwanz gegen meinen Hüftknochen drückte. Der Kuss endete viel zu schnell, als Charlie kam, um zu fragen, ob Guy gehen wollte.

In Versuchung, ihn zu mir einzuladen, bot ich ihm stattdessen meine Nummer an. Nachdem wir sie ausgetauscht hatten, ging er und ich begab mich zu den Toiletten, um mich präsentabel zu machen, bevor ich mich auf die Suche nach Luke begab.

Auf der Toilette konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, Guy eine Nachricht zu schicken.

Danke, dass du den Abend zu etwas Besonderem gemacht hast. Ich hoffe, wir können das bald wiederholen, Brett x

Ich las den Text zwei Mal durch, bevor ich auf Senden drückte. Mit einem Lächeln im Gesicht suchte ich Luke, wobei ich das erste Aufflackern echter Freude seit Monaten verspürte.

Sechs Tage später war der Funke Freude, den ich bei Lukes und Scotts Verlobungsparty verspürt hatte, ausgegangen. Guy hatte nicht auf meine Nachricht geantwortet oder auf die, die ich ihm vor drei Tagen geschickt hatte, um zu fragen, ob er auf ein Date mit mir gehen würde.

Ich seufzte und schaute auf mein Handy, schaltete es auf stumm und legte es in meine Schreibtischschublade, bevor mein nächster Patient kam. Ich hatte die feste Regel, dass es in meinem Büro keine Handys gab und die galt auch für mich. Ich hasste es, dass ich diese Regel in den letzten drei Tagen gebrochen hatte, weil ich wie ein Idiot auf Guys Antwort gewartet hatte. Ich war den Abend im Geiste noch einmal durchgegangen und konnte nicht verstehen, warum er nicht reagierte. Ich hatte Griffin kontaktiert, um zu fragen, ob Guy etwas zugestoßen war. Als er mir berichtet hatte, dass es Guy gut ging, war mein Herz schwer geworden.

Nicht mehr. Das hört jetzt auf!

Es war sein Problem, wenn er nicht sehen konnte, was für ein großartiger Fang ich war.

Wirklich, warum bist du dann Single?

Oh, halt den Mund!