Property of a Billionaire (German) – First Chapter

Prolog 

Brodie – Griffin 

„Was zur Hölle machst du da? Ich hab’s dir nicht nur einmal gesagt, Brodie, ich hab’s dir schon tausend Mal gesagt, schütz dein Gesicht“, brüllte Sandy. 

Die Frustration und das Geschrei halfen wenig, die Fäuste zu stoppen, die auf mich herabregneten, mich zwangen, mein Gesicht zu schützen, und meinen Körper dem heftigen Schlag aussetzten, den ich in meinen Magen bekam. Ich wurde blass, meine Beine gaben nach, als ich versuchte, nach hinten auszuweichen. 

„Verdammt, was bist du, ein Mann oder eine kleine verfluchte Schwuchtel?“ Speichel traf mein Gesicht, als mein Vater sich weiter austobte. Der nächste Schlag traf meine Wange und sandte Schmerz in mein Auge. Mein Kopf ruckte so heftig zurück, dass meine Beine unter mir wegknickten und meine Sicht verschwamm. 

Ich bemühte mich sehr, die Tränen zurückzuhalten. Schwäche zu zeigen, würde das hier für mich nur schlimmer machen.  

„Kannst du nicht sehen, dass er genug hat, Frank? Er wird zu nichts taugen, wenn du ihn jetzt ausknockst“, kam die Stimme der Vernunft von meinem Onkel. Zumindest war er das, wenn man die Tatsache außer Acht ließ, dass sie beide mich im Bare-Knuckle-Fight trainierten, damit sie Geld mit mir verdienen konnten. 

„Willst du, dass Brodie für den Rest seines Lebens eine verdammte Schwuchtel bleibt?“ Mein Vater brüllte, hörte nicht eine Sekunde mit den Schlägen auf, die er auf meinem Körper verteilte. Die Tränen, die sich in meiner Kehle stauten, wurden geschluckt, als ich mein Bestes gab, den nächsten Treffern auszuweichen. Obwohl er betrunken war, war der Arsch schneller als ich. 

Seit ich vor ein paar Wochen elf geworden war, hatte mein Vater es übernommen, mich zu trainieren, damit ich von ihm den Kampf in den Hinterhof-Ringen übernehmen konnte. Underground Bare-Knuckle-Fights brachten viel Geld ein, wenn man gut darin war. 

Mein Vater war zu seinen besten Zeiten der König gewesen, aber da er es vorzog, den Großteil seiner Zeit im Pub zu verbringen, um sich zu betrinken, hatten die Dinge in den letzten Monaten eine Wendung zum Schlechteren genommen. Seine Antwort darauf war, dass er stattdessen mich trainierte.  

Ich hatte gewusst, dass es nicht lange dauern würde, bis er mich in den Ring zerrte. Ich hatte es an der Art erkannt, wie er beobachtete, wie ich angefangen hatte zu wachsen und Muskulatur aufzubauen. Zum Glück gehörte ich zu dem einen Prozent der Bevölkerung, die in der Lage waren, Muskeln natürlich aufzubauen, ohne Steroide zu brauchen, wie mein Vater sie gerne benutzte. Dieses Zeug tötete das Hirn. Es machte ihn zu einem noch schlimmeren Psycho, als er ohnehin schon war.  

Meine Mutter hatte uns schon lange verlassen, hatte mich bei ihm und meinem nutzlosen Onkel gelassen. Ich hatte es aufgegeben, darum zu beten, dass sie zurückkommen und mich aus diesem Höllenloch retten würde. Nein, Träume waren für Babys und ganz egal, wie jung ich war, ich war nicht länger ein Kind. Mein Arschloch von einem Vater hatte dafür gesorgt. 

Ich kam nach meiner Mutter, mit tiefschwarzen Locken und blauen Augen, die mir das Aussehen eines Cherubs verliehen. Es war eine ständige Erinnerung für ihn, eine, die er nicht wollte. Er hatte mir immer gesagt, dass ich dadurch wie eine Schwuchtel aussah. Wer zur Hölle wusste, was das war? 

Nachdem meine Mutter gegangen war, war das mein neuer Name geworden. Ihr Weggehen hatte ihm auch die perfekte Entschuldigung geliefert, mich zu hassen. Darum hatte er, anstatt ein normaler, liebender Vater zu sein, beschlossen, dass er mich zu einem Mann machte, indem er sicherstellte, dass die Schwuchtel aus mir herausgeprügelt wurde.  

Mein Brustkorb hob und senkte sich heftig, zusammen mit meinem Magen, als mein Vater einen Schritt zurückmachte und seine aufgeschürften Hände senkte. Die dunklen Flecken an seinen Fingerknöcheln sagten mir, dass mein Gesicht und Körper nicht unähnlich aussehen würden. Nicht, dass der Schmerz, der sich in ein nicht enden wollendes Pulsieren verwandelte, das meinen gesamten Körper zu füllen schien, es möglich machte zu vergessen, was er mir angetan hatte. Nicht zum ersten Mal dachte ich darüber nach, ob der Tod nicht eine einfachere Möglichkeit wäre, als in dieser Hölle zu leben. 

Ich hob meinen Kopf, als ich hörte, wie mein Vater spuckte. Der Speichel tropfte an der Vorderseite meines schmutzigen T-Shirts nach unten. Der Drang, mein Oberteil auszuziehen, wurde von dem harten Blick des Abscheus im Gesicht meines Vaters, das seine Missbilligung ausdrückte, erstickt.  

Hitze breitete sich in meinem Körper aus, meine Hände fielen an meinen Seiten nach unten, als ich meine Wimpern senkte, in dem Versuch, den Hass zu verbergen, der in mir hochkochte. Während ich damit kämpfte, an dem Kloß in meiner Kehle vorbei zu schlucken, trat er zu mir, nutzte seine zusätzlichen fünfzehn Zentimeter als Vorteil. Seine Finger packten mein Kinn brutal, hoben es, sodass ich seinem Blick begegnete. 

„Wenn du nicht anfängst, dich zusammenzureißen, nehme ich dich mit zum nächsten Kampf und überlasse dich dort deinem Schicksal.“ Sein breiter, schottischer Akzent ließ die Worte kaum wie Englisch klingen, aber die Drohung, die in seinem Gesicht stand, machte das mehr als wett. 

Alles Blut, das in mir floss, schien zu erstarren, als mir klar wurde, was er sagte. Gefangen von dem bösartigen Grinsen, das sich auf seinem Gesicht ausbreitete, schluckte ich und zwang mich, nicht ohnmächtig zu werden. Eine Welle des Schwindels brandete durch mich hindurch und Galle brannte in meiner Kehle, die Bitterkeit bedeckte meine Zunge. Würde er mich wirklich den Wölfen vorwerfen? 

Was für eine dumme Frage. Natürlich würde er das. 

Die Augen meines Vaters wurden schmal und mein Herz kam ins Stottern bei dem Gedanken, was er vielleicht in meinem Gesicht gelesen hatte. 

„Frank, hör auf, den Jungen zu verarschen“, sagte Sandy nuschelnd.  

„Wer sagt, dass ich ihn verarsche?“, knurrte mein Vater in Richtung seines Bruders, ohne den Blick von mir zu wenden. „Nein, ich denke, es ist Zeit, dass die Schwuchtel ein paar harte Fakten über das Leben lernt.“ 

Als er redete, sank mein Körper zusammen und meine Knie gaben bei dieser Andeutung nach. Aber ich schwieg, wusste, dass Betteln es nur schlimmer machen würde. Was konnte ich tun? Ich würde im Ring niemals überleben. Fuck, ich wäre schon nach der ersten Runde tot. Die Tabletten, die ich gehortet hatte, versteckt unter einem Haufen schmutziger Wäsche, fingen an, wie mein letzter Ausweg auszusehen.  

Als er mein Kinn endlich losließ, musste ich mich anstrengen, aufrecht zu bleiben. Er wirbelte herum, ging auf seinen Bruder zu, der auf dem alten Sofa lümmelte, das in unserer Wohnung gegen die Wand geschoben war.  

Sandy trank aus der Dose Lager, die er hatte, wischte halbherzig die Tropfen weg, die an seinem Kinn nach unten flossen. Ein lautes Rülpsen wurde von einem Furz gefolgt, was keiner der Männer zu bemerken schien. Der Gestank fauliger Eier füllte das kleine Zimmer, als mein Vater seinen Hintern neben seinem Bruder parkte und ihm die Dose abnahm.  

Der braune, ausgedünnte Teppich und die wenigen, klapprigen Möbelstücke, die im Zimmer verteilt standen, waren alles, was noch übrig war, nachdem mein Vater kein Geld mehr für Bier gehabt hatte. Ich sah mich um, als würde ich den Raum zum ersten Mal sehen.  

„Er wird gegen jemanden wie Anderson oder Briggs keine zwei Minuten durchhalten. Das weißt du, oder?“ 

Ein winziger Funken Hoffnung glomm auf, als Sandy versuchte, vernünftig mit meinem Vater zu reden. Er wurde von seinen nächsten Worten zerstört. „Mach Kämpfe mit den weniger bekannten Jungen aus. Die Neueren im Ring könnten uns eine Chance bieten, etwas Geld zu verdienen, vor allem, wenn wir darauf wetten, dass der andere gewinnt.“ Er zuckte mit seinen zu dünnen Schultern und sog die Luft ein, bevor er abwesend an seinem schmutzigen Fingernagel zupfte.  

„Du könntest recht hab’n, das machen wir.“ Ein bösartiges Grinsen breitete sich im Gesicht meines Vaters aus, als er mich anstarrte, während ich wie angewurzelt dastand, zu verängstigt, um irgendetwas zu tun. „Dann haben wir zumindest etwas Geld.“ 

Etwas in meinem Herz verhärtete sich, als ich mir ihr herzloses Gespräch anhörte. Sie redeten, als wäre ich für sie nichts als eine Sache. Eine Lösung, vollkommen wertlos, es sei denn, ich verschaffte ihnen Geld für Bier.  

Ich sog Luft durch meine zusammengebissenen Zähne ein, richtete mein Rückgrat auf, ignorierte, wie diese Bewegung meinen ganzen Körper schmerzen ließ. Ich würde es ihnen zeigen. Wenn es das Letzte war, was ich tat, ich würde ihnen zeigen, dass ich mehr war als nur eine Sache, mehr als eine Wette, mehr als ein Weg, an Geld zu kommen. Während dieses Versprechen in meinem Kopf herumwirbelte, drehte ich mich um und rannte aus dem Zimmer. Ihr Lachen folgte mir, aber ich blieb nicht stehen. Ich rannte aus der Wohnung und die zehn Treppen hinunter. 

Wut brannte in mir, als ich durch die dunklen Straßen lief, keinen Ort hatte, an den ich gehen konnte. Eines Tages werde ich ihnen zeigen, woraus ich gemacht bin, und dann werden wir sehen, wer zuletzt lacht.