Kapitel Eins
Isaac
Ich saß auf der Bettkante und starrte auf das Handy in meiner Hand. Meine Finger zuckten, als wollten sie eine Nummer wählen, aber nichts geschah. Genau wie schon seit Tagen. Nichts. Gar nichts. Absolut nichts. Weil ich ein Feigling war.
Ist es feige, deinen Jungen beschützen zu wollen?
Ein Schmerz breitete sich in meinem Kiefer aus, als ich die Zähne zusammenpresste. Das Geräusch, das Ferron im Badezimmer machte, erinnerte mich an den Grund, warum ich mein Handy überhaupt erst herausgeholt hatte – vor zehn Minuten. Ich kratzte mich an meiner stoppeligen Wange und blickte auf die Tür, die Ferron hinter sich geschlossen hatte.
Sollte ich ihm sagen, dass ich mit der Polizei reden musste? Wollte ich die Mauer durchbrechen, hinter der sich Ferron versteckte? Natürlich willst du das!
Er war so schwer verletzt worden. Wie viel würde er noch ertragen können?
Du hast ihm gesagt, dass er stark ist. Du musst daran glauben.
Ich stöhnte angesichts dieser Stimme der Vernunft. Ferron war stark. Ich war es, der sich wieder einmal drückte.
Die dritte Nacht in Folge hatte Ferron miserabel geschlafen. Er hatte sich hin- und hergewälzt und im Schlaf leise gewimmert, und keine noch so sanfte Beruhigung schien zu helfen. Wenn ich ihm helfen wollte, musste ich mich dem stellen, was auf mich zukam. Mein Magen zuckte bei dem Gedanken daran, was das für uns beide bedeutete. Die Schritte, die wir bisher unternommen hatten, waren nichts im Vergleich zu dem, was die Zukunft bringen könnte.
Wenn ich recht hatte und Wren entführt worden war, während er nach Ferron gesucht hatte, würde Ferron sich das nie verzeihen. Ich hatte diese Möglichkeit vor ihm geheim gehalten. Würde er mir das verzeihen?
Dass er das Sicherheitsteam akzeptierte, das ich eingestellt hatte, war eine Sache, aber bei dieser Sache war ich mir nicht so sicher. Nicht, nachdem die Offenbarungen, die Nix und Phil uns Tage zuvor aufgebürdet hatten, weiterhin schwer auf uns beiden lasteten und die Freude überschatteten, die ich empfand, weil Ferron in meinen Armen und in meinem Bett lag.
Die sich entwickelnde Nähe zwischen uns war von der Trauer beeinträchtigt worden, die nach all dem, was ans Licht gekommen war, nicht nachlassen wollte, und keiner von uns schien zu wissen, wie es weitergehen sollte. Mit der Trauer kam auch Wut – Wut, die ich erfolglos am Boxsack in Nathans Heim-Fitnessraum abzulassen versuchte. Mit ihm zu reden hatte ein wenig geholfen, aber er hatte schon genug um die Ohren, was die laufenden Arbeiten in der Flamingo Bar und im Restaurant anging. Obwohl ich ihn mit dem belastet hatte, was ich herausgefunden hatte, hatte ich nicht mit ihm über Ferrons anhaltendes Schweigen nach Nix’ Besuch gesprochen.
Sollte ich mit Mark sprechen? War das eine Grenzüberschreitung?
Seit dem Besuch des Sicherheitsteams hatten Ferron und ich gegessen, gearbeitet, ferngesehen und irgendwie geschlafen, aber es war kein Wort über die nächsten Schritte gefallen. Mit jedem Tag schwand meine Hoffnung, dass Ferron das Thema ansprechen würde, ein kleines bisschen mehr. Er blieb stumm. Tatsächlich hatte er kaum ein Wort gesagt, es sei denn, es ging um die Arbeit.
Genau darin lag mein Problem: Es fiel mir immer schwerer, zu beurteilen, ob ich Druck auf ihn ausüben sollte, wo ich ihn doch nur vor weiterem Leid bewahren wollte. Vor dem, was sicherlich passieren würde, sobald er beschloss, die Büchse der Pandora zu öffnen.
Nur eine Handvoll von uns kannte die ganze Geschichte, und ich war nicht davon überzeugt, dass wir alles wussten, aber ein Gespräch mit der Polizei würde das ändern. Vielleicht nicht sofort, aber auf lange Sicht schon. War das der Grund, warum Ferron nicht redete? Machte er sich Sorgen darüber, welche Auswirkungen das auf ihn haben würde? Auf uns? Auf mich?
Da ich keine einfache Antwort darauf fand, stand ich auf und umklammerte das Handy wie einen Rettungsanker, als ich zur Badezimmertür ging und sie öffnete. Ich trat ein und wurde von einer Dampfwolke empfangen, die es mir schwer machte, Ferron hinter dem Milchglas zu erkennen. Heute Morgen war das erste Mal seit Tagen, dass ich nicht hereingekommen war, um ihm beim Duschen zu helfen. Hatte er es bemerkt?
Meine Gedanken waren völlig durcheinander, was sowohl am Schlafmangel lag als auch an der Unsicherheit, die meinen Magen in einen panischen Griff genommen hatte, den ich mir beim Aufwachen nicht erklären konnte. Genau in dem Moment war Ferron aus dem Bett gestiegen, und ich war ihm nicht gefolgt.
Als ich sah, wie er in der Dusche mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf dastand, legte ich mein Handy leise neben das Waschbecken, während ich meine Pyjamahose auszog.
Ferron blieb regungslos stehen. Das Glas hinderte mich daran, seinen Gesichtsausdruck zu erkennen. Ich atmete zittrig aus und trat in die Dusche, die problemlos Platz für zwei Personen bot. Heiße, dampfende Luft umhüllte meinen nackten Körper, als ich schnell die Tür hinter mir schloss.
Wasser strömte über Ferrons nackte, gerötete Haut und ließ die feinen Härchen, die seinen Körper bedeckten, an seiner Haut kleben. Mein Puls schlug freudig schneller bei dem Anblick, den er bot – ganz glitschig und nass. Meine Finger kribbelten, als ich nach dem Waschlappen griff, den er fest mit seinen Fingern umklammert hielt. »Daddy macht das.«
»Ich bin fast fertig«, jammerte er. Er warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu und eine Sekunde später erschien ein entzückender Schmollmund auf seinem Gesicht. Er blinzelte das Wasser aus seinen Augen, während er den Kopf zurücklegte, um mich anzustarren.
»Es tut mir leid, kleiner Mann, ich habe mir heute Morgen viele Gedanken gemacht.« Ich rieb den seifigen Waschlappen sanft in kreisenden Bewegungen über seinen Oberkörper und seine Arme. Seine Wimpern flatterten zu, als er ein leises Stöhnen von sich gab.
Sein Schwanz, der zuvor schlaff zwischen seinen Beinen gehangen hatte, schwoll an, doch seine Hände blieben an seinen Seiten, während ich ihn weiter wusch. Die Routine war ihm ebenso vertraut wie mir. Egal, wie oft ich es tat, das Gefühl des Staunens darüber, dass ich mich auf diese Weise um ihn kümmern durfte, ließ nie nach. Ich schätzte das Geschenk, das er mir machte, und würdigte das Vertrauen, das es erforderte, sich nach allem, was ihm widerfahren war, auf diese Weise verletzlich zu zeigen.
Meine Finger streiften über eine der erhabenen Hautstellen, die ich mir eingeprägt hatte. Bei jeder Narbe, die ich gefunden hatte, hatte mein Herz geblutet. Ich hatte hart daran gearbeitet, sie durch etwas Positives zu ersetzen, etwas, das zeigte, wie sehr ich ihn schätzte.
Die geplanten nächsten Schritte für unsere Beziehung waren durch den Besuch des Sicherheitsteams gedämpft worden, wobei die Tabelle an der Wand unverändert blieb. Doch in den letzten Tagen hatte ich bemerkt, dass Ferron mutiger wurde. Seine Taten sprachen für ihn. Und als ich damit fertig war, seine Oberschenkel zu waschen, ohne aber seinen harten Schwanz zu berühren, stieß er einen Seufzer aus, bevor er sich umdrehte.
Ich presste meine Lippen zusammen, um mein Lächeln zu unterdrücken.
Sein Körper zitterte, als ich mir Zeit nahm, den Lappen einzuseifen, bevor ich damit fortfuhr, seinen Rücken und sein Gesäß zu waschen. Er wurde still, als ich mich hinter ihn kniete. Die erwartungsvolle Stimmung zwischen uns ließ die Hitze in der Dusche irgendwie elektrisierend wirken.
Die dampfende Luft schien sich in meiner Brust zu stauen, während ich darauf wartete, dass sein knackiger Hintern sich mir entgegenstreckte. Ich ließ den Waschlappen fallen, griff stattdessen nach der Flüssigseife und goss eine großzügige Menge auf eine meiner Handflächen, während er seine Beine langsam spreizte. Nachdem ich die Flasche abgestellt hatte, rieb ich meine Hände aneinander, um Schaum zu erzeugen.
Wenn ich Ferron richtig einschätzte, zitterte sein ganzer Körper vor Erregung.
Um sicherzugehen, wartete ich auf ein weiteres Signal, das mir zeigen würde, dass er wollte, was gleich geschehen würde. Ich atmete zittrig aus, als er seine Hüften einladend nach oben neigte. Da ich keine weitere Aufforderung brauchte, massierte ich mit meinen glitschigen Händen langsam die festen Rundungen seines Hinterteils. Ich knetete das Fleisch, bevor ich sanft daran zog, um seine Pobacken zu spreizen und seine blasse Rosette freizulegen. Sie zog sich zweimal zusammen, während er mit seinen Füßen unruhig auf den Fliesen hin und her wippte. War das zu viel?
Ich wollte gerade aufhören, doch dann legte er seine Stirn an die geflieste Wand, während er sich mit den Armen abstützte. Oh verdammt!
Wäre da nicht das heiße Wasser gewesen, wäre ich sicher schweißgebadet gewesen. Der Wunsch, ihn in großen, gierigen Bissen zu verschlingen, kämpfte mit dem Bedürfnis, mich um ihn zu kümmern. Meine Finger zitterten vor dem Verlangen, meinen Griff um sein glattes Fleisch zu verstärken. Stattdessen beugte ich mich langsam vor und fuhr mit der Zunge an seinem Schlitz entlang, aber nicht ganz bis zu seinem Anus. Und dann zog ich mich zurück.
»Ohhhhhh!«, stöhnte er, während er sein Hinterteil näher an mein Gesicht rückte.
Okay, okay, das gefällt ihm.